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natürlich gesund wachsen
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Offene Mundhaltung

Veröffentlicht von mykie®Akademie am 08.03.21

Liebe mykie®-Interessierte,

durch eine offene Mundhaltung kommt es vor allem zu einem Trockenheitsgefühl in der Mundhöhle, die eine ausgezeichnete Grundlage für Bakterien (und damit verbunden Plaque) ist, was zu Karies an den Zähnen und zu Zahnfleischentzündungen führen kann. Darüber hinaus leiden Mundatmer häufig an Konzentrationsstörungen, schlechtem/unruhigen Schlaf und kommen auch beim Sport schneller außer Puste. Ursache hierfür ist, dass durch die Mundatmung zuviel CO2 abgeatmet wird. Das CO2 ist aber das „Taxi“, was der Sauerstoff braucht, um in die Zellen transportiert zu werden (Bohr-Effekt, allerdings sehr vereinfacht erklärt). Eine noch anschaulichere Erklärung für Kinder ist: bei fehlendem Mundschluss fehlt der Deckel der Sprudelflasche: Der Sprudel (das CO2) kann entweichen und das Wasser wird schal – genauso wie der Körper und das Gehirn kraftlos und müde werden. Bei Mundatmern fehlt also der wichtige Sauerstoff in den Zellen, vor allem auch im Gehirn.

Ebenso wird aber auch die wichtige Reinigungsfunktion unserer Nase, die Viren und Bakterien deutlich reduziert und die Atemluft erwärmt bei Mundatmung nicht genutzt. Daher leiden Mundatmer häufiger an Erkältungen und Infektionen als Nasenatmer. Auch beeinflusst die offene Mundhaltung das Wachstum des Gesichts und der Kiefer. Als Folge verändert sich das Profil: Das Gesicht wird länger und der Unterkiefer liegt weiter zurück.

Heute möchten wir Ihnen in diesem Blog einen Patientenfall vorstellen, der uns zeigt, wie wichtig die Umstellung von Mund- zu Nasenatmung ist.

Unser Patient war ausgeprägter Mundatmer, der Lippenschluss war nur mit ausgeprägter Anspannung des Musculus mentalis möglich (Golfballkinn). Das Profil ist deutlich retrognath, der Biss frontal offen mit einem schmalen Oberkiefer und Kreuzbiss links und rechts bei Behandlungsbeginn.

Anamnese: Schnuller 2 Jahre lang, Allergien, häufig Erkältungen, Sigmatismus, offene Mundhaltung auch nachts

Anfangsbefund Juni 2016 (ganz linke Spalte): 6,7 Jahre

Behandlungsbeginn erst Juli 17 (2. Spalte von links): mit 7,5 Jahren

mykie®-Therapie: KFO: verschiedene konfektionierte Trainer, Bioplate, Bionator

MFT: hierarchisch aufgebautes Training: beginnend mit Lippenschlusstraining und Nasenatmung, anschließend Zungenkräftigung mit Ansaugen der Zunge, dann Schlucken, parallel Haltungstraining

Vorläufiger Endbefund 11-2019 (ganz rechte Spalte): 9,9 Jahre

Bewertung der Behandlung: Diese Behandlung zeigt sehr gut, dass die Veränderung der Ruheweichteilbeziehungen Zeit braucht. Der wirklich entspannte Lippenschluss ist erst nach 2,5 Jahren vorhanden und die Profilentwicklung verbessert sich parallel immer mehr. Auch der frontal offene Biss mit der deutlichen Zungenfehlfunktion ist sicher mit Frontzahnkontakt erst nach 2,5 Jahren geschlossen.

Von diesen 3 Jahren haben wir unseren Patienten 1,5 Jahre entsprechend unserem mykie®-Konzept ca. alle 4 Wochen in der Praxis zu einer kieferorthopädischen Kontrolle und Trainingstherapie gesehen d.h. insgesamt waren das 16 Termine. Anschließend fanden noch 5 Kontrolltermine über die weiteren 12 Monate verteilt statt. Das ist die sogenannte Nachhaltigkeitsphase. Insgesamt 21 MFT-Termine, das entspricht noch nicht mal der möglichen logopädischen Regelverordnung von 30 Terminen.

Aus unserer Sicht sind solche nachhaltigen Ergebnisse nur möglich, weil in der gesamten Zeit anfangs auch tags 1 Stunde, später nur nachts ein Silikontrainer getragen wurde. Unsere verwendeten Trainer haben innen (lingual) eine Rampe, die die Zunge frontal abschirmt und nach oben leitet. Aber vor allem verhindert der Trainer durch sein Labialschild die Atmung durch den Mund. Hierdurch wird nach jedem Schnupfen die Nasenatmung wieder „in Erinnerung“ gebracht wird und damit die so wichtige Automatisierung der neu erlernten Ruheweichteilbeziehungen vorangebracht.

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